Sonntag, 4. August 2013

Sommertraum-Episode1

Sommertraum Episode 1
Sie hatten sich immer wieder bei den Literatentreffen in Wien gesehen.
Er hatte sich sehr für ihre Texte interessiert und sie sich für seine. Sie hatten immer ganz viel miteinander geredet. Auch über ihre Herausforderungen beim Schreiben. Sie hatte nie gefragt ob es da eine Frau oder Freundin gibt. Wozu auch? Hatte Anna doch beschlossen, daran festzuhalten, dass sie ganz einfach eine gemeinsame Leidenschaft hätten: Die „Schreiberei.“  Und Punkt. J

„Ich arbeite viel in Wien- fahre viel in der Welt herum, aber zu Hause bin ich am Land“ – das hatte  Jonas so richtig stolz erzählt.
„Wenn du mal bei mir in der Nähe bist, melde dich. Da machen wir dann eine „ inspirierende Wanderung, die Gegend ist so ideal fürs Schreiben“.

Irgendwann war sie dann mal wirklich durch Zufall in der Gegend als sie beschlossen hatte, ihre Eltern in der Sommerfrische zu besuchen. Da führte sie ihr Weg vorbei. Den kleinen Umweg zu Jonas
Heimatort nahm sie gerne in Kauf.
Sie hatte sich in der Frühstückpension Adler eingemietet. Ein altes schönes Wirtshaus. Ganz liebevoll, bis ins Detail renoviert.
An den Wänden hingen viele bunte Bilder. Sonst war das Haus farblich innen und außen in Weiß und einem mediterranen Blau gehalten. Ihr Zimmer war  mit hellen Holzmöbeln eingerichtet. Die blau weiße Bettwäsche, die blauen Bettvorleger und Vorhänge machten das Zimmer gemütlich.

Sie setze sich, nachdem sie angekommen war auf das Bett und schrieb eine SMS: „Bin gerade da -  Vielleicht fliegst du ja mal nicht in der Welt herum?“
Innerhalb der nächsten zwei Minuten kam eine SMS an: „Magst du morgen wandern?"  
Ihre Antwort: "Gerne- wann und wohin -überlasse ich dir- wohne in der Frühstückpension Adler."
Die nächste Sms war wieder schnell da: "Okay- hole dich um 9h ab. Wenn möglich, halte dir bitte auch den Abend frei. Bitte nicht frühstücken! Brauchst dich um nichts zu kümmern.  Freu mich. Jonas"
Sie  schrieb zurück: "Alles klar- freu mich auch!"

In der Nacht konnte sie dann nicht einschlafen! Anna dachte darüber nach, wie der morgigen Tag werden würde. Sie kannte Jonas ja noch nicht sehr lange.
Als Anna am nächsten Tag aus der Eingangstür ihrer Pension kam, stand Jonas schon da und wartete.
Er hatte eine Trachtenlederhose an, ein rot-kariertes Hemd und Wanderschuhe. Am Rücken trug er einen großen Rucksack. Er sah so anders als sonst aus, wie er da stand. Grinsend mit einem Coffee to go in der Hand, den er offensichtlich selbst hergestellt hatte. Er hielt ihn ihr entgegen: 
"Für dich – du sagst ja immer – Ohne Kaffe  geht gar nix." Er sagte das in so einer lustigen Art, dass sie lachen musste. Um ihre Unsicherheit zu überspielen sagte sie nur: "Danke, auf geht’s!", sie wusste, normalerweise würde sie das nie so sagen.
„Komm", sagte Jonas und zeigte hinter die Pension – "da geht’s lang…“.
Sie gingen in Richtung eines stark ansteigenden Weges. "Keine Sorge", sagte Jonas, "der ist nur am Anfang so steil!"


Fortsetzung folgt! 



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