Donnerstag, 17. September 2015

"Werd ich zum Augenblicke sagen :VERWEILE DOCH; DU BIST SO SCHÖN". (FAUST) Johann Wolfgang von GOETHE.


Als ich einem Freund smse : „Bin aus meiner Sommerfrische zurück“- kommt als Antwort:

„Du hast ein Leben wie eine Bankiersfrau zu Zeiten der Monarchie… Sommerfrische hat schon
was…“

Vor allem im Salzkammergut, in das ich seit 28 Jahren hoffnungslos verliebt bin…

Es gibt keine andere  Gegend wo ich meinen Kummer und meine Sorgen so gut wegschieben kann.

Alles erscheint für mich plötzlich lösbar, erreichbar, unkompliziert.

Auf siebenhundert Metern "mein" Holzhaus.
Von der Terrasse aus der Blick auf das Höllengebirge, den See in seinen verschiedenen Blau und Grüntönen.

 Das Rufen, der Vögel aus dem Wald. Das Meckern der Ziegen… das Blöken der Schafe…

Stundenlang könnt ich da sitzen und einfach nur schauen mit dem herrlichen Gefühl, wie schön das

Leben sein kann…

Braucht man da mehr um glücklich zu sein?

Pilgerwanderung um den Wolfgangsee. Teilweise über Stock und Stein hinauf zum zauberhaften

Wallfahrtskirchlein auf dem Falkenstein.

Hinunter nach St. Wolfgang- superb- Heimfahrt mit dem Schiff über den Wolfgangsee.
 

Auf der Postalm zur „Blonden Hütten“-  gemütlich urig mit ganz vielen Geranien an den Fenstern.

Die Kühe auf den Weiden rundherum mit ihren Glocken. Die Wiesen, die Weiden...

 

In Bad Ischl leider nicht den Kaiser gesehen – aber wie sich das hier so anfühlt, ist er da sicher wo…

Bei  der Konditorei Zauner“ hochherrschaftlich am Ufer der Traun –Esplanade- Kaffeetrinken mit Kuchen- „Bitte sehr, bitte gleich“.
„Nobel geht die Welt zu Grunde!“

Keine Bankiersfrau, aber im Herzen so glücklich und entspannt wie schon lange nicht…

Ich brauche in Wien noch eine Woche zum Nachschwingen und mag

das Gefühl dieser herrlichen Leichtigkeit nicht hergeben…

Musste es dann doch, weil Alltag angesagt ist mit all seinen „Problemchen“ die man da hat...
Nur wer die Sehnsucht kennt weiß was ich leide...(Goethe)

 

Montag, 10. August 2015

SCHLAFLOS IN WIEN...



Diesmal hatte ich schon die ganze Woche darüber nachgedacht, was ich in meinem Blog schreiben werde.

Ich stelle mir im Kopf dann immer schon alle Sätze zusammen. Manchmal mache ich mir auch zwischendurch Notizen, wenn ich fürchte, dass ich Formulierungen vergessen könnte.

Der Plan war fix.

Ich hatte mir vorgenommen, Ihnen über die Entstehung meines Märchenbuches zu erzählen.

Weil aber mein Blog in meinen Gedanken noch nicht ganz fertig war, habe ich die letzte Nacht, die eh schlaflos war, weiter nachgedacht.

Es war nicht nur furchtbar heiß, sondern ich merkwürdig unruhig.

Also ich in meinem Bett. Von schlafen keine Spur.

Das Fenster voll offen- die Grillen zirpen unaufhörlich.

Dort und da minimale Geräusche draußen im Garten und auf der menschenleeren Straße.

Unvorstellbar still ist es da immer.

Nachdem ich immer noch nicht schlafen kann, stehe ich auf und schaue aus dem Fenster.

Atme die frische kühle Luft- im Verhältnis zur unerträglichen Hitze im Zimmer.

Ich lege mich wieder nieder.

Das Licht vom Bewegungsmelder vor dem Schlafzimmer geht immer wieder aus und an.

Ich memoriere meinen Blog:

Also eigentlich wollte ich nie Märchen schreiben. Im Mai 2014 habe ich dann aus sehr persönlichen Gründen damit angefangen.

Seitdem habe ich bis heute fast jeden Tag spät in der Nacht eine Geschichte geschrieben.

 Jetzt werden das wohl etwa 300 sein.

Von der Carla Besenstiel und ihrem kleinen Imperium, das sie erschaffen hat.

Vom Lachhäschen. Von Hansi Eichhorn. Von den Zwergen Lennie und Marlin und den vielen anderen Zaubergartenbewohnern.

Vor ein paar Wochen habe ich beschlossen, mir einen Illustrator dazu zu holen.

Jetzt klopfe ich Text, und er zeichnet schon brav- so hoffe ich.

In der gestrigen Nacht habe ich dann an allem gezweifelt.

Macht das alles einen Sinn?

Wieder bin ich aufgestanden und habe meine Nase zum Fenster hinausgestreckt und gehofft, dass es eine dieser Nächte wird, die Erkenntnisse bringen.

Wo man dann am Morgen aufsteht- energiegeladen… Voller Motivation….

Yes!!

Irgendwann gegen 4:30 bin ich dann eingeschlafen ohne Erleuchtung.

Kurz nach 8 wurde ich von einer Alarmanlage sehr nah bei meinem Ohr geweckt.

Offenbar vor unserem offenen Fenster.

Als ich todmüde die Stiege hinunterwankte hörte ich Fluchen von meinem lieben Ehemann.

„Die Bestecklade klemmt“. Er rüttelte sie heftig.

„Ah ja" sagt er – „hab das Fenster aufgemacht und vergessen die Alarmanlage auszustellen“.

Ich machte mir ein Käffchen und wurde den ganzen Sonntag nicht mehr richtig munter.

Und falls ich heute wieder nicht schlafen kann…

Ich gebe nicht die Hoffnung auf.

Vielleicht ist ja heute so eine Nacht, die mich wie schon so oft mein ganzen Leben klären lässt…