Sonntag, 5. Juni 2016

ICH ZIEHE IN DEN ZAUBERWALD!!!!


Vor einigen Tagen bekam ich eine liebe mail aus dem westlichen Nachbarland von einer ganz heiß geliebten „uralt Freundin“.

„Ich habe in deinen Blog geschaut: so lange nichts Neues :-((  
Hält Deine Blockade noch an? Oder gibt es zur Zeit Wichtigeres zu tun? Oder bist Du traurig?“

Ich hatte selbst vor ein paar Tagen mit Schrecken festgestellt, dass seit meinem letzten Eintrag drei Monate vergangen sind... Schiebe das Bearbeiten meiner Texte immer wieder auf...

Unglücklich schicke ich meinem Sohn eine whats app Nachricht: Ja irgendwie schlimm, dass dir das Schreiben so abhanden gekommen ist!“ schreibt er zurück.

Er ist es auch, der mich immer wieder fragt, wie es dem Lachhäschen geht, das ein Protagonist in meinen ca. 353 Märchengeschichten ist.

„Man hört gar nix mehr von ihm“ beschwert er sich- hatte ich doch fast jeden Tag in den letzten 1,5 Jahren eine kleine Geschichte per mail geschickt.

Als ich bei meinem Mann darüber klage, sagt er: Na jo, wenn du wieder schreiben willst, wirst schon wieder schreiben...“

Na super, dann ist es also wurscht, ob ich schreibe oder nicht...

Temperamentvoll, wie ich nun mal bin, bin ich auf Krawall gebürstet...

Verkomme ich zur Hobbydichterin, die ich nie hab sein wollen?

So gerne wäre ich wie die Mayröcker- sie ist 91 und kann ohne Schreiben nicht leben...


In meinem Kopf sind ständig tausend Gedanken, die mich manchmal unrund und

manchmal euphorisch sein lassen...


Mir ist bewußt- ich muss ganz einfach nur anfangen und schon hat es mich wieder :-))

Vielleicht sollte ich mich an den Schreibtisch festtackern, das Handy und das Internet abstellen.

Unzählige Meldungen prasseln ständig auf uns herab.

Für mich entsetzlich leicht ablenkbare Person eine Katastrophe...


Vielleicht ziehe ich jetzt mal eine Zeit zum „Lachhäschen“ in den Zauberwald zu meiner

"Hexe Carla Besenstiel"- die haben sicher ein ruhiges Plätzchen für mich frei.

Was für ein begehrenswerter Gedanke!




Mittwoch, 9. März 2016

Dialog mit mir...

Junge Frau Sie sollen Ihre Morgenseiten schreiben - nicht in Ihren Aufzeichnungen schwelgen-
Sonst wird das nie was...geht gar nicht...
Hat sich wohl so ein bisschen eine Schreibblockade dazwischengeklemmt...??
Aber irgendwie ganz klar- wenn Sie Verehrteste viel denken- also eigentlich ständig- auch noch im Kreis- Wenn Sie auf Schönwetter machen und nicht endlich Ihr Ding...
Ihre ständigen Ausreden, die Sie da halbherzig geben - die taugen nicht- meine Liebe.
Und nun?
Nix ist ewig... auch nicht die Zeit, die man hat...
Drängen- das geht ganz schlecht bei Ihnen... das weiß ich... da werden Sie bockig...sehr sogar...
Schwierig diese kreativen Menschen... so abhängig von ihren Gemütslagen- davon wie das Leben grad so läuft- was sie so belastet...
Ein bisserl zickig sind Sie schon - meine Gnädigste-
Ich will ihnen nur Mut machen...
Es hat ihnen doch immer so viel Freude gemacht zu schreiben...
Sie wollten fliegen? War das nicht so?
Jetzt macht Ihnen der Gedanke an einen Blogeintrag schon Kopfzerbrechen...
Und vor lauter Gedanken... vor lauter Alltag- vor lauter Sorgen- die Sie sich berechtigt oder
unberechtigt machen- (bisserl Gottvertrauen?- wie wärs damit?) warten Sie - worauf genau?
hab ich was verpasst...?
Ja mit Liebe kommt man durch bei Ihnen... Und Ihnen Zeit lassen...
Ich glaube Sie haben sich wieder...
Geht doch... 















Dienstag, 2. Februar 2016

Für mich soll's rote Rosen regnen...(KNEF/ Hammerschmid)

 
 
 
 
Als ich am 31. Jänner, dem 28. Todestag meiner geliebten Mama, gedankenverloren den Fernseher anstellte sang Hildegard Knef in einer uralten Sendung
„Für mich soll’s rote Rosen regnen“.
Das war ein Lieblingslied von Mama. Was für ein schöner Zufall, der mir die Tränen, die Backen runterlaufen ließ.
Mit dem Text hatte ich mich noch nie wirklich befasst.
Jetzt begriff ich, dass er Mama Mut gemacht hatte.
Ihr geholfen hatte an Wunder zu glauben und die Kraft nie aufzugeben.
Mama hatte kein einfaches Leben….
Eine lieblose Kindheit… Ein Mann von dem sie Zwillinge bekam, die er nicht wollte und
sie ständig betrog – um sich dann für ewig einer Anderen zu widmen…
 
„Mama kann alles“, das war seinerzeit ein Buchtitel, ja und Mama konnte wirklich alles. Die Mama war wunderschön elegant, nie wäre sie ungeschminkt aus dem Haus ge­gan­gen! So lange sie sich zurück erinnern konnte, hatte sie kurze, perfekt frisierte blonde Haare, meist eine Zigarette in der Hand. Die perfekte Hausfrau!  (sie hatte ihren Wahnsinnsjob als medizinisch technische  Assis­tentin nach der Geburt ihrer Zwillinge aufgegeben.) Weltgewandt, immer alles tip top! Man konnte mit Mama unendlich Spaß haben und die Freundinnen in der Schule beneideten sie so eine Mutter zu haben! Die späteren Freunde verehrten sie sehr, die wirtschaftlichen Probleme hatte sie im Griff, manchmal versetzte sie irgendeine Taschenuhr im Pfandhaus, um sie wieder einmal auszulösen. Wenn Marie und ihre Schwester Wintermäntel brauchten, waren sie immer sehr aufgeregt, ob Vater sie bewilligen würde. Sie konnte sich da an zwei furchtbare Exemplare im Militärstil erinnern. Mama fiel keinen Tag in Maries Kindheit aus. Nur ein­mal, da hatte sie Verdacht auf Krebs – „werdet sehn – da ist alles okay“ sagte sie, als sie sich Richtung Kran­ken­haus verabschiedete. Ja und es war alles okay, sie hatte recht mit ihrem grenzenlosen Optimismus. Nie wieder traf Marie einen Menschen, der so positiv dachte  und ihr so viel Kraft gab. Doch- ein einziges Mal noch...
(Auszug aus dem Manuskript- „Marie- Ein Märchen zwischen Ost und West“ von Andrea Bonomeo)